Studien fordern weitere Untersuchungen der langfristigen kardialen Folgen von COVID-19

Neue Studien aus Deutschland zeigten eine Herzentzündung bei Patienten mit wiederhergestelltem Coronavirus und eine Viruspräsenz in den Herzen der an der Krankheit Verstorbenen.

Beide Studien forderten weitere Untersuchungen der langfristigen kardialen Folgen von COVID-19.

Eine Beobachtungsstudie umfasste 100 Patienten mit kürzlich aufgetretener COVID-19-Krankheit. Die kardiale Magnetresonanztomographie (CMR) ergab bei 78 Patienten eine Herzbeteiligung und bei 60 Patienten eine Herzmuskelentzündung, unabhängig von bereits bestehenden Erkrankungen.

Die Patienten wurden von April bis Juni aus dem COVID-19-Register des Universitätsklinikums Frankfurt identifiziert. Die Forscher sagten, 33 Patienten seien schwer krank und müssten ins Krankenhaus eingeliefert werden, während zwei der Patienten mechanisch beatmet wurden.

Bei 71 Patienten wurden nachweisbare Troponinspiegel gefunden, eine Art Protein, das in den Herzmuskeln gefunden wurde, und bei fünf Patienten wurden hohe Spiegel (was auf eine Herzschädigung hinweist) gefunden. Biopsien von Herzmuskelgewebe bei Patienten mit “schweren Befunden” zeigten eine aktive Entzündung, sagten die Autoren der Studie.

In einer zweiten Studie mit Autopsien aus 39 COVID-19-Fällen fanden die Forscher bei 24 Patienten das Vorhandensein einer Virusinfektion im Myokard oder in der mittleren Muskelschicht des Herzens.

Die verstorbenen Patienten wurden vom 8. bis 18. April am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf einer Autopsie unterzogen.

Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 85 Jahre, und 90 Prozent der Patienten gaben eine Lungenentzündung als Todesursache an. Die Autoren der Studie sagten, dass aktuelle Daten zeigen, dass das Vorhandensein von SARS-CoV-2 im Herzgewebe nicht unbedingt eine Entzündungsreaktion verursacht, die mit einer klinischen Myokarditis (einer Entzündung des Herzmuskels) vereinbar ist.

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