Das Universum ist voller Exoplaneten, aber wir konnten nur einen kleinen Teil davon entdecken. Wir haben nur eine Handvoll direkt abgebildet, aber Sie können heute zwei weitere zur Liste hinzufügen. Das European Southern Observatory hat ein Paar Exoplaneten mit dem sehr großen Teleskoparray (VLT) eingefangen. Dies ist das erste Mal, dass Wissenschaftler ein Bild eines Mehrplanetensystems um einen sonnenähnlichen Stern erhalten haben.

Astronomen erkennen Exoplaneten normalerweise mit zwei verschiedenen Methoden. Es gibt den Radialgeschwindigkeitsansatz, bei dem Sterne auf kleine „Wackelbewegungen“ überprüft werden, die durch umlaufende Planeten verursacht werden. Die meisten neueren Instrumente basieren auf der Transitmethode, bei der Sterne auf kleine Luminanzeinbrüche überwacht werden, die darauf hinweisen, dass ein Planet vor ihnen vorbeigekommen ist. Mit diesen Techniken können wir einige grundlegende Details über Exoplaneten lernen, aber tatsächlich eine fremde Welt sehen? Das ist sehr selten, weil Planeten im Vergleich zu den Sternen, die sie umkreisen, so dunkel sind. In diesem Fall suchten Wissenschaftler gezielt nach sonnenähnlichen Sternen in der Nähe, um festzustellen, ob einer von ihnen sichtbare Exoplaneten hatte.

Das VLT ist eines der wenigen Observatorien, die Exoplaneten abbilden können, und dies sogar nur unter ganz bestimmten Umständen. Der als TYC 8998-760-1 bekannte Stern ist ungefähr 300 Lichtjahre entfernt und befindet sich praktisch in unserem eigenen Hinterhof (im galaktischen Maßstab). Die beiden im Rahmen sichtbaren Gasriesenplaneten sind im Vergleich zu den meisten Exoplaneten ebenfalls leicht zu erkennen. Der innere Planet ist 12-mal massereicher als Jupiter und 160-mal weiter von TYC 8998-760-1 entfernt als die Erde von unserer Sonne. Der äußere Planet ist 320-mal weiter entfernt als die Erde und hat eine Masse, die etwa sechsmal so groß ist wie die des Jupiter.

Da diese Welten so groß und weit vom Stern entfernt sind, sind sie leichter zu erkennen, aber sie sind immer noch extrem schwach. Die ESO konnte sie nur mit Hilfe ihres spektralpolarimetrischen kontrastreichen Exoplanetenforschungsinstruments (SPHERE) abbilden. Dies ist das gleiche Werkzeug, das Anfang dieses Jahres die Anfänge eines Planetensystems enthüllte. SPHERE blockiert das Licht des Sterns mit einem Gerät namens Coronagraph, sodass sich das Teleskop auf die nahe gelegenen Planeten konzentrieren kann.

Dieser Stern ist eine sehr junge Version unserer eigenen Sonne, nur 17 Millionen Jahre alt. Zu verstehen, wie sich dieses Sonnensystem bildet, könnte Licht in unsere eigene kleine Ecke des Universums bringen. Weitere Beobachtungen mit dem VLT und dem kommenden Extrem Large Telescope werden Astronomen helfen, festzustellen, ob sich diese Planeten dort gebildet haben, wo sie sich befinden, oder ob sie ausgewandert sind. Es kann auch Planeten mit geringerer Masse in diesem Sonnensystem geben, die wir derzeit nicht entdecken können – vielleicht sogar einige ursprüngliche erdähnliche Planeten.