Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland im November sind für Finanzmarktexperten eher düster.

Laut der jüngsten Umfrage zur Wirtschaftsstimmung von ZEW, dem in Leibniz ansässigen Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung, hat die Anlegerstimmung in den kommenden Monaten einen weiteren Sprung gemacht und ist um mehr als 17 Punkte auf 39 gefallen – ein deutlicher Rückgang seit dem optimistischen, vorübergehenden Hoch von 77,4 Punkten im September.

Angesichts der teilweisen Sperrung Deutschlands für den Monat November und der Verschärfung neuer Beschränkungen für das öffentliche und geschäftliche Leben durch die Nachbarländer ist die düstere Einschätzung der Anleger zur aktuellen Wirtschaftslage nicht überraschend.

„Finanzexperten sind besorgt über die wirtschaftlichen Auswirkungen der zweiten Welle von COVID-19 und darüber, was dies bedeuten wird. Der ZEW-Indikator für die wirtschaftliche Stimmung ist daher im November erneut deutlich gesunken, was auf eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland hinweist “, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Wambach sagte, es bestehe auch die Sorge, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession zurückfallen könnte.

“Nach den Aussagen der Experten wirken sich derzeit weder die Brexit-Verhandlungen noch das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen auf die wirtschaftlichen Erwartungen für Deutschland aus”, sagte Wambach.

Europas größte Volkswirtschaft verzeichnete im dritten Quartal ein BIP-Wachstum von 8,2% gegenüber dem Vorjahresquartal und übertraf damit die Prognosen für ein Wachstum von 7,3%. Die Regierung revidierte auch ihre BIP-Prognose für 2020 auf einen Rückgang von 5,5% gegenüber 5,8% zuvor.

Mit Blick auf die Eurozone gaben die Anleger ebenfalls an, optimistisch zu sein. Der ZEW-Indikator fiel im November den zweiten Monat in Folge auf 32,8, was 19,5 Punkte weniger als im Oktober ist.

Der ZEW-Index spiegelt den jüngsten Wert des Ifo Business Climate Index wider, der zeigte, dass sich nach einem hoffnungsvollen Sommer die Stimmung unter den deutschen Firmenchefs im Oktober getrübt hatte.

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