Der Impfstoffentwickler BioNTech hat die Produktion des COVID-19-Impfstoffs gestartet, den er zusammen mit dem US-Riesen Pfizer in einem neuen Werk in Marburg entwickelt hat. Die Einrichtung könnte die Impfstoffversorgung der EU erheblich verbessern.

Am Mittwoch gab der deutsche Impfstoffhersteller BioNTech am Mittwoch bekannt, dass er die Produktion in seinem neuen Werk in Marburg aufgenommen hat. Eine Entwicklung, von der er hofft, dass sie die Impfstoffversorgung der Europäischen Union erheblich verbessern könnte.

Das Unternehmen berichtete, dass es bereits mit der Herstellung des Wirkstoffs des BioNTech-Pfizer-Jabs begonnen habe.

“Wir haben den Herstellungsprozess im Werk Marburg mit der Ausführung des ersten Schritts begonnen: der Herstellung von mRNA, dem pharmazeutischen Wirkstoff”, gab BioNTech in einer Erklärung bekannt.

Nach der Reinigung sollen nach Angaben des Unternehmens Lipide zu Lipidnanopartikeln hinzugefügt werden – dem Abgabevehikel für das Medikament. Das gereinigte und konzentrierte Produkt wird dann zur Fertigstellung unter sterilen Bedingungen zu einem “Produktionspartner” transportiert, berichtete BioNTech.

Die wichtigste EU-Anlage zur Herstellung des Impfstoffs ist das Pfizer-Werk in Puurs, Belgien.

BioNTech plant, im ersten Halbjahr 2021 in Marburg bis zu 250 Millionen Dosen des COVID-19-Impfstoffs herzustellen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) wird voraussichtlich im Februar oder März ihre ersten Qualitätsprüfungen der Medizinprodukte am Standort durchführen.

“Die ersten am Standort Marburg hergestellten Impfstoffe werden voraussichtlich Anfang April ausgeliefert”, sagte BioNTech.

Ärger mit der EU

BioNTech kündigte Mitte Januar an, dass sich der Versand der Jabs für die EU aufgrund der notwendigen Änderungen im Werk Puurs verzögern werde.

Die Nachricht überraschte den Block, der wegen seiner schleppenden Impfstoffeinführung nun unter Beschuss steht. Das Unternehmen gab Anfang Februar bekannt, dass es seine vertraglichen Verpflichtungen für das erste Quartal erfüllen werde, und versprach, im Frühjahr bis zu 75 Millionen zusätzliche Dosen an die EU zu senden.

Brüssel hat bei BioNTech und Pfizer insgesamt 600 Millionen Dosen des sogenannten Comirnaty-Impfstoffs bestellt.

BioNTech rechnet damit, dass der Standort in Marburg, etwa 75 Kilometer nördlich von Frankfurt, “einer der größten mRNA-Produktionsstandorte in Europa” werden wird. Die erwartete jährliche Produktionskapazität würde 750 Millionen Dosen betragen.

Um den Spielraum für die Impfstoffproduktion zu erweitern, hat BioNTech im vergangenen Jahr das Werk in Marburg vom Schweizer Drogengiganten Novartis gekauft. Dort waren bereits rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.

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